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 Ist das Internet für den Arzt praktisch?

Ja. Der Arzt kann über das Internet, wie jeder Normalsterbliche auch, seiner Schwiegermutter schreiben, die Nachrichten lesen, seinen nächsten Urlaub buchen und seriöse , auch wissenschaftliche Websites besuchen. Komplexer wird die Sache dann, wenn er das Internet dazu benutzen will, Antworten auf Fragen zur Betreuung und Behandlung seiner Patienten zu finden.

Die meisten Fragen, die sich der Arzt im direkten Zusammenhang mit der Patientenversorgung stellt, bleiben jedoch leider unbeantwortet. Das liegt zum Teil am eigenen Zeitmangel, aber auch daran, dass die traditionell konsultierten Informationsquellen mangelhaft sind.

Eine für den Arzt geeignete Informationsquelle muss schnell, nützlich und glaubwürdig sein. Dies bedeutet automatisch, dass es sich um ein elektronisches Medium handeln muss [1].

 

Ist das Internet als Informationsquelle praktisch ?

 

Schnelligkeit

Das Internet kann eine sehr schnelle Informationsquelle sein. Zum schnelleren Zugriff auf die Daten muss zunächst einmal ein qualitativ hochwertiger Anschluss geschaffen werden. Das Internet als elektronisches Informationsmedium potenziell extrem schnell sein. Die Geschwindigkeit schwankt je nach Informationsquelle ganz erheblich und kann zwischen 2 und 30 Minuten liegen [2].

 

Glaubwürdigkeit

Wenn man sich fragt, wie glaubwürdig das Internet als Informationsquelle ist, so muss man zunächst untersuchen, wie hochwertig die betreffenden Informationen sind. Medixx widmet dieser Frage ein gesondertes Kapitel. Kurz gesagt: Die Qualität medizinischer Informationen im Internet schwankt beträchtlich (wie auch bei allen anderen Informationsquellen für Ärzte), aber man weiss nicht, ob dies wirklich problematisch ist.

Wie findet man nun im Web qualitativ hochwertige Informationen? Hierzu muss man folgende beiden Grundsätze beachten:

  • Stets kritisch bleiben!
    Der Arzt muss seine Informationsquellen systematisch untersuchen und beurteilen [3]. Was für die herkömmlichen Informationsquellen gilt, insbesondere für medizinische Fachzeitschriften, gilt umso mehr für das Web, wo keine Prüfung durch Kollegen stattfindet. Eine glaubwürdige Website enthält zumindest die Angabe des Autors und seiner Zuordnung, die Quellen und Publikationsdaten der veröffentlichten Informationen und der Aktualisierungen. Fehlen diese Angaben, sollte die Website stets mit Vorsicht betrachtet werden [4].

  • Möglichst nur Informationen benutzen, deren Richtigkeit erwiesen ist
    Möglichst nur Informationen benutzen, deren Richtigkeit erwiesen ist. Informationsquellen, die sich streng oder weniger streng auf nachweisbare Angaben stützen, werden im Web immer zahlreicher. Die interessantesten sind leider nicht kostenlos zu nutzen. Hier einige Beispiele: UpToDate (kostenpflichtig) , Health On The Net, Die Cochrane library (kostenpflichtig, nur Abstracts sind kostenlos einsehbar), TripDatabase und Clinical Queries von PubMed.

Nützlichkeit

Es genügt nicht, rasch eine qualitativ hochwertige Antwort finden zu können. Die gefundene Information muss auch auf die Anforderungen des Arztes zugeschnitten sein, d.h. sie muss ihm die Fragen beantworten, die er sich im Zusammenhang mit dem Patientenmanagement stellt. Die Nützlichkeit des Internets in dieser Hinsicht ist unseres Wissens bisher nicht formell bewiesen. Das wäre auch schwer zu bewerkstelligen, da im Internet bei genauerer Betrachtung ein Chaos ohne Ende herrscht, das den Zugriff auf die unterschiedlichsten Ressourcen ermöglicht.

Auch wenn die Nützlichkeit des Internets bisher nicht formell bewiesen ist: Die mangelhafte Natur der traditionellen Informationsquellen, der Reichtum an Informationen im Internet und das Potenzial künftiger medizinischer Bereiche im Internet sollten uns Grund genug sein, diese Informationsquelle zu erkunden.

Unsere bisherigen Informationsquellen weisen erhebliche Mängel auf. Also surfen Sie im Internet !

 

  1. Smith R. What clinical information do doctors need ? BMJ 1996;313:1062-8 (Gratis-Zugang ).
  2. Evidence-Based Medicine 1999 ;4(6) :164-7
  3. Delamothe T. Quality of Websites: kitemarking the west wind - Rating the quality of medical websites may be impossible. BMJ 2000:321:843-4 (Gratis-Zugang).
  4. Sackett DL, Rosenberg WM, Gray MJ, Haynes RB. Richardson WS. Evidence-Based Medicine : What it is and what it isn't. BMJ 1996;312:71-2 (Gratis-Zugang).
 
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